Kirchehrenbach-Odilia

 

DAS KONZEPT

 

Unser Ideeller Schwerpunkt orientiert sich an der Gemeinschaft aller Mitarbeitenden und Bewohner. Nicht nur im Praktischen, sondern auch im Zwischenmenschlichen Erlebens. Gegenseitige Wahrnehmung und Kommunikation schafft die Voraussetzung für eine liebevolle Atmosphäre, in der beide Seiten sich entfalten können. Bei Veranstaltungen und Unternehmungen wie z.B. Ausflüge, Grillfeste im Garten, Besuch auf dem Weihnachtsmarkt usw. stärken wir das Gemeinschaftsgefühl und schaffen einen sicheren Rahmen für unsere Bewohner.

ODILIA e.V. bietet die Möglichkeit für Menschen mit fachärztlich dokumentierten psychischen Einschränkungen, ohne erhöhte Pflegebedarfe, und ohne festgestellte Pflegebedürftigkeit, einen Lebensort mit den Möglichkeiten des Erhalts und der Förderung der Ressourcen, wie Selbstständigkeit Stabilität und Lebensfreude zu erreichen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an volljährige Menschen jeden Geschlechts. Eine strikte Altersbegrenzung gibt es nicht, sondern wird nach Rücksprache mit den Mitbewohnern und dem Betreuungsteam abgestimmt und dann entschieden.

Ausschlusskriterien sind:

• Notwendigkeit Freiheitsentziehender Maßnahmen • Akute Pflegebedürftigkeit
• Akute Selbst- oder Fremdgefährdung • Bestehende Suchtproblematik (Drogen, Alkohol und andere)
• Menschen mit Weglauftendenz

Unsere Angebote richten sich grundsätzlich an Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet, jedoch haben Interessierte aus dem Bezirk Oberfranken sowie aus den übrigen bayerischen Bezirken Vorrang. Seit Inkrafttreten des BTHG wurde das Finanzierungssystem dahingehend verändert, dass die Kosten der Unterbringung, Verpflegung, Hauswirtschaftliche Dienstleistungen, die sog. existenzsichernden Leistungen, soweit möglich von den Leistungsempfängern selbst getragen werden sollen. Nur bei Unvermögen übernimmt diese Kosten der örtliche Sozialhilfeträger vom Ort, wo Leistungsempfänger ursprünglich gewohnt hatte. Leistungsträger für die Maßnahme bleibt der überörtliche Sozialhilfeträger. Hierfür wird weiterhin eine Leistungs- und Vergütungsvereinbarung mit dem Bezirk Oberfranken verhandelt, dessen Ergebnis auch andere überörtliche Sozialhilfeträger akzeptieren müssen.

Diese Vereinbarung gilt auch für sog. Selbstzahler. Alle über die Vergütungsvereinbarung hinausgehenden Kosten, zum Beispiel auch einzelne künstlerisch-therapeutische Gruppenangebote, die vom Bezirk nicht als erstattungsrelevant anerkannt werden, müssen über freie Zuschüsse (Spenden, Fördermittel) oder vom Bewohner selbst finanziert werden.

Zielvorstellungen und Teilhabebedarfe

• Fortlaufende Hilfeplanung im Rahmen des Gesamtplans (Verlaufsberichte)
Bedarfsorientierte Einzelgespräche mit Bewohner
• Gemeinsame Entwicklung von Einzelzielen
• Einladungen zur Teilnahme an regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen
• Förderungen von Kontakten in die Gemeinde
• Unterstützung von möglichen Partnerschaften
Assistenz bei Gesprächen mit Angehörigen und Freunden

Personelle Ausstattung für

Einrichtungsleitung,
Gruppenpersonal in festen Teams: Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger, Heilerziehungspflegehelfer, Altenpfleger, Ergotherapeuten, Holzbildhauerin, Musiktherapeut,
• Koch, Köchin, Hauswirtschaftskraft
• Reinigungskräfte
• Technischer Dienst
• Verwaltung

Die Einrichtung ist ganzjährig geöffnet und die Betreuung erfolgt ganztägig.

Von Montag bis Sonntag sowie an Feiertagen erfolgt die Betreuung zwischen 6:00 Uhr und 21:00 Uhr. Die Angebotsnutzung erfolgt individuell nach Absprache und ist Teil der Förderplanung. In den Nachtstunden von 21:00 Uhr bis 6:00 Uhr (Montag bis Freitag) bzw. 6:30 Uhr (Wochenende und Feiertage) erfolgt die Betreuung durch eine Nachtbereitschaft. Für die Nachtstunden stehen in jedem Wohnbereich qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung.

Es besteht eine ärztliche Betreuung durch frei praktizierende Allgemeinmediziner und Fachärzte. Insbesondere der Besuch bei Fachärzten richtet sich nach den individuellen gesundheitlichen Bedürfnissen des*der Einzelnen und erfolgt anhand ärztlicher Verordnungen und/oder Empfehlungen. Die medizinischen Behandlungsmaßnahmen sowie die Stellung und Vergabe von Medikamenten werden durch in der Einrichtung beschäftigte Fachkräfte sowie externe Fachkräfte ausgeführt. Über die Betreuung im Krankheitsfall und/oder bei vorübergehender Pflegebedürftigkeit wird grundsätzlich individuell entschieden. Ggf. werden weitere externe Fachkräfte durch ärztliche Verordnung hinzugezogen.

Die Verpflegung wird grundsätzlich von fachkundigem Personal, geplant und umgesetzt. Bewohner werden nach Absprache mit den pädagogischen Fachkräften sowohl in die Verpflegungsplanung als auch die Herstellung von Mahlzeiten einbezogen. Als Tagesstrukturierende Maßnahme ist einmal wöchentlich Kochen mit den Bewohnern geplant. Individuelle Absprachen durch besondere Ernährungsformen bedingt durch Erkrankungen und/oder persönliche Entscheidungen werden auf Basis ernährungswissenschaftlicher Grundsätze ermöglicht. Ergänzend beziehen wir auch Essen von Catering Season Family GmbH aus Hof.

Die hauswirtschaftliche Versorgung von Odilia e.V. wird von Fachpersonal übernommen. Das Fachpersonal bezieht die Bewohner im Sinne arbeitstherapeutischer Beschäftigung zur Erhaltung und Förderung ihrer individuellen Fähigkeiten und Wecken von Ressourcen im hauswirtschaftlichen Bereich mit ein.

Die Versorgung mit Wäsche wird in ODILIA e.V. wird von Fachpersonal unterstützt. Das Fachpersonal bezieht die Bewohner nach Absprache mit den pädagogischen Fachkräften in die Arbeit ein sowohl im Sinne arbeitstherapeutische Beschäftigung als auch zur Erhaltung und Förderung individueller Fähigkeiten in der Wäscheversorgung. Bedingt durch die besondere Entstehungsgeschichte der Einrichtung, bei der ursprüngliche Angehörigen von Bewohner eine erste Gruppe aufgebaut hatten, leben in der Einrichtung schon einige Bewohner sehr lange. Es handelt sich um diejenigen Menschen, die, noch sehr jung, schon bei der Gründung aufgenommen wurden. Mittlerweile sind sie deutlich älter und meist chronisch psychisch erkrankt mit zusätzlichen Gebrechen. Sie haben ihren Lebensort in dieser Gemeinschaft gefunden. Für sie gilt es, ihre noch vorhandenen Fähigkeiten aufrechtzuerhalten, ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung zu unterstützen und eine gute angemessene Lebensqualität sicherzustellen. Hierbei wird im Hinblick auf die Altersstruktur dieser Gruppe immer stärker Angebote aus dem gerontopsychiatrischen Bereich notwendig, die den Interessen und Möglichkeiten dieser Bewohner gerecht werden. So ist es möglich, sie trotz ihrer altersbedingten Defizite und abbauenden Ressourcen, zu fördern.